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Experteninterview: Wie ökologisch sind Pellets wirklich? Drucken E-Mail

Wie ökologisch sind Pellets wirklich?
Fragen zur CO2-Bilanz, Versorgungssicherheit und nachhaltigen Forstwirtschaft

Ein Gespräch mit Martin Bentele, Diplom-Forstwirt und Geschäftsführer des Deutschen Pelletin

Frage 1:
Wo kommt eigentlich das Holz für die Pellets her?

Antwort 1:
Bei Pellets handelt es sich grundsätzlich um einen sehr ressourcenschonenden Brennstoff: Derzeit stammen rund 85 % des Holzes zur Pelletherstellung in Deutschland aus Holzspänen, die in Sägewerken bei der Produktion von Schnittholz anfallen. Nur bei einem kleinen Teil des Ausgangsmaterials für Pellets handelt es sich um Rohholz und zwar um minderwertige Stammteile, die nicht eingesägt werden können. Auch für eine Ausweitung der Pelletproduktion ist noch ausreichendes Potenzial vorhanden, ohne dabei den deutschen Wald zu beeinträchtigen. Über die Anlage von Energiewäldern wird gegenwärtig die Rohstoffbasis auf land-wirtschaftlichen Flächen verbreitert; übrigens mit einem angenehmen Nebeneffekt, denn damit kann auch sehr sinnvoll einer Mais-Versteppung entgegengewirkt werden. Auf diese Weise gibt es auch in der Zukunft eine stabile und breite Basis für eine gesicherte Versorgung mit Holzpellets, selbst bei einer deutlichen Erhöhung der Nachfrage nach Pelletheizungen.

Frage 2:
Trotzdem fragen sich immer wieder Verbraucher, ob nicht der deutsche Wald die Rechnung für die Versorgungssicherheit mit Pellets zahlen muss. Droht ein Ausverkauf des deutschen Waldes? 

Antwort 2:
Als Diplom-Forstwirt kann ich den besorgten Verbraucher beruhigen. In Deutschland wächst der Wald europaweit am besten und verfügt mit über 3,6 Mrd. Kubikmetern in Mitteleuropa auch über die größten Holzvorräte. Holz ist eigentlich der heimische Rohstoff, von dem wir am meisten zur Verfügung haben. Da der Zuwachs nicht vollständig genutzt wird, nimmt der Vorrat sogar weiter zu. Deutschland ist zu einem Drittel bewaldet, und in den letzten Jahren ist die Waldfläche ständig weiter angewachsen. Eine Übernutzung würde übrigens auch durch die strengen deutschen Waldgesetze auf Bundesebene und in den Ländern verhindert, die eine nachhaltige und planmäßige Forstwirtschaft vorschreiben und eine Übernutzung ausschließen.

Frage 3:
Wo wäre denn die Mengenbegrenzung für die Pelletproduktion, um eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes weiterhin zu gewährleisten?

Antwort 3:
Die Rolle von Pelletheizungen wird immer maßlos überschätzt. Den heute rund 150.000 Pellet-Feuerungen stehen knapp 14 Mio. Holzöfen in Deutschland gegenüber – von der Menge wie vom Verbrauch her also deutlich die Minderzahl. Unser Ziel ist es auch nicht, jeden zweiten Haushalt in Deutschland künftig mit einer Pelletheizung auszustatten. Aktuelle Zahlen des Deutschen Energieholz- und Pellet- Verbandes beziffern für 2010 eine Produktionsmenge von 1,75 Mio. Tonnen Pellets in Deutschland. Dagegen könnten in Deutschland problemlos 10 Mio. Tonnen Pellets hergestellt werden – auf der Basis Sägerestholz und nicht sägefähigem Rundholz. Ein möglicher Import ist da noch nicht einmal eingerechnet. Als Konsequenz hieraus könnten ohne jegliche Auswirkungen auf den deutschen Wald eine Million Pelletheizungen betrieben werden. 

Frage 4:
Sie sprechen das Stichwort an. Wie steht es eigentlich um die CO2 Bilanz der Pellets? Es gibt sogar Stimmen, die behaupten, Holz hätte diesen Vorteil gegenüber Erdgas oder Kohle gar nicht?

Antwort 4:
Das ist eine Verdrehung der Tatsachen. Holz ist der einzige Brennstoff, der als CO2-neutral bezeichnet werden kann, da er während des Verbrennungsvorgangs nur so viel Kohlenstoffdioxid an die Umwelt abgibt, wie zuvor im Wachstumsprozess gebunden wurde. Der im Holz gebundene Kohlenstoff durchläuft damit den natürlichen Kohlenstoffzyklus, denn es ändert sich nichts – egal ob Holz verbrannt oder langsam von Mikroorgansimen zersetzt wird. Ganz anders verhält es sich dagegen bei fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle: Hier ist das CO2 seit vielen Millionen Jahren im Erdreich gebunden und würde ohne unser Eingreifen dort auch bleiben. Bei dieser Zeitachse kann man dann nicht mehr von einem natürlichen Kohlenstoffzyklus sprechen.   

Frage 5:
Und welche Punkte bewirken letztlich die positive CO2 Bilanz von Holzpellets?

Antwort 5:
Wenn Sie sich die Produktion der Pellets genauer ansehen, beträgt der Energieeinsatz von der Produktion bis zum Anliefern der Pellets beim Verbraucher durchschnittlich drei Prozent ihres gesamten Energiegehalts. Dies liegt vor allem an der Verwendung der Koppelprodukte Holzspäne und der zu ihrer Trocknung notwendigen Wärme, die bei anderen Prozessen, sozusagen als Zugabe, anfallen. Auch der Brennstofftransport zum Kunden weist einen geringen Energiebedarf auf. Ein Pellet-LKW benötigt knapp ein Prozent des Energiegehalts seiner gesamten Pelletladung – und das für eine Fahrt über 200 km, was schon ein ungewöhnlich weiter Transport wäre.
Betrachtet man also die gesamte Produktions- und Logistikkette und vergleicht sie mit fossilen Brennstoffen oder dem Strommix in Deutschland dann sind Pellets zusammen mit anderen Naturhölzern die klimafreundlichsten Energieträger in der Wärmeerzeugung.

Frage 6:
Kommen wir zum Schluss noch mal zurück zum Wald. Pfuscht man mit Nutzwäldern denn der Natur nicht zu stark ins Handwerk und verändert damit die Balance natürlich gewachsener Ökosysteme?

Antwort 6:
Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Natur in unseren Breitengraden gemischte und vielschichtige Waldökosysteme hervorbringen würde. Ließen wir den Wald einfach wachsen, hätten wir auf großen Flächen hallenartige Buchenbestände mit spärlicher Bodenvegetation. Dort wäre es im Sommer so dunkel wie im düstersten Wald bei Grimms Märchen! Dazu kämen noch Nadelwälder auf den Höhen der Mittelgebirge. Durch die in Deutschland praktizierte naturnahe Waldwirtschaft werden unsere Wälder heute immer vielschichtiger. Dazu bedeutet die Nutzung des Waldes auch aktive Waldpflege. Durchforstete Wälder bringen stabilere und vitalere Bäume hervor, die besser geschützt sind gegen Stürme, Trockenheit und Schadinsekten. Und nicht zuletzt haben jüngere Wälder eine erheblich bessere CO2-Speicherdynamik als überalterte Wälder. Womit wir wieder bei der guten CO2-Bilanz der Pellets wären.      

ENDE

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Sage & Schreibe Public Relations GmbH

Stephan Hanken
Blumenstraße 17
80331 München 

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Bildquelle:
Initiative Holz und Pellets,
Köln/Berlin
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